Das Interesse am Smart Home ist gewaltig. Mit zunehmender Zahl verbundener Geräte steigt der Konfigurationsaufwand für Endnutzer und komplexe Sicherheitsrisiken entstehen. Ein Transferprojekt des CISPA Helmholtz Center for Information Security möchte dem entgegenwirken und sogar die Bedienbarkeit deutlich vereinfachen. Unter Leitung des Forschers Felix Klein wird dafür ein achtköpfiges Team im CISPA-Projekt J.A.R.V.I.S. (Judicious Automation of Reliable and Verifiable Interconnected Systems) ein Containermodul mit intelligenter Technologie aufrüsten. Ziel ist es, anhand dieses Demonstrators eine Konfigurationsplattform zu entwickeln, die es Bewohnern ermöglicht intelligentes Verhalten der einzelnen smarten Komponenten individuell einzurichten, einfach anzupassen und zu jeder Zeit eine intentionsgerechte Funktionalität zu gewährleisten. Eine derartige Lösung existiert bis dato nicht. Daher fördert das BMBF das Projekt im Rahmen der Initiative StartUpSecure mit rund 0,8 Millionen Euro. Mit J.A.R.V.I.S. startet damit das erste CISPA-Projekt im Rahmen der BMBF-Initiative, die es zum Ziel hat forschungsgetriebene Unternehmensgründungen im Bereich IT-Sicherheit hervorzubringen.

Die smarte Wohnwelt wirkt wie eine Szenerie aus einem Science-Fiction-Film: Die Bewohner kommen rein ins Haus, das sie natürlich schon auf der Treppe erkannt und begrüßt hat und selbstständig die Tür öffnet. Praktischerweise wird das Licht passgenau zur Tageszeit favorisierten Helligkeit eingestellt. Und herrlich: Der Staubsauger hat bereits alles gesaugt, im Backofen brutzelt das Lieblingsessen und der Kühlschrank bestellt gerade alle ausgegangenen Lebensmittel im vernetzten Supermarkt. Jetzt einfach die Füße hochlegen, den gerade gestreamten Lieblingspodcast hören. Alle Technik arbeitet perfekt zusammen, intelligent und sicher — Schöne neue Smart Home-Welt. Doch dieses Szenario ist weiterhin mehr Vision als Realität. Das weiß Forscher Klein nur zu genau. Er hat derartige Problemstellungen seit Jahren im Rahmen seiner Promotion im Bereich formale Methoden erforscht – diese Ergebnisse fließen nun in das Projekt J.A.R.V.I.S. ein.

Gemeinsam mit seinen Mitstreitern möchte Klein die technische Durchführbarkeit der in die Praxis übertragenen Forschungsergebnisse belegen. Dabei wird eine Konfigurationsplattform entwickelt, mit der smarte Wohnungen lediglich durch Beschreiben des gewünschten Verhaltens einzelner Komponenten eingerichtet werden können. Durch das intuitive Zusammenspiel mit der Plattform sollen künftig selbst technische Laien die intelligente und komplexe Automatisierung am Smart Home eigenständig durchführen können. Die Forscher rüsten dafür einen Container mit smarter Technik auf um anhand dessen die gewährleistete Sicherheit ihrer Plattform zu demonstrieren. Gelingt dieser Nachweis der technischen Durchführbarkeit könnte am Ende gar ein neuartiges Geschäftsmodell stehen.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Im Austausch mit weltweit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am CISPA wird in den kommenden Monaten die technische Konzeption von Plattform und Demonstrator im Fokus stehen. Begleitet wird das Projektteam dabei vom CISPA Inkubator. Dieser wird das Team um Projektleiter Klein mit zahlreichen Workshops und Coachings bei der Produktentwicklung, der Durchführung von Nutzerstudien sowie der Kontaktanbahnung zu ersten Anwendungspartnern unterstützen. Ist der Nachweis der technischen Durchführbarkeit nach einer einjährigen Projektlaufzeit erbracht, werden J.A.R.V.I.S.-Team und Inkubator an der Entwicklung eines Geschäftsmodells und der Gewinnung von Investoren arbeiten.

BMBF

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